altes und neues Hexentum

Das Buch der Schatten

Das sogenannte „Buch der Schatten“ (BdS), welches im Englischen „Book of Schadows“ (BOS) genannt wird, ist für jede Hexe etwas ganz Besonderes, in das sie bestenfalls nur sehr auserwählte Personen hineinschauen lässt. Der Begriff „Buch der Schatten“ hat dabei nichts böses zu bedeuten, sondern ist entstanden, weil das Buch ein Schattendasein fristet, denn es ist üblicherweise nur seinem Eigentümer zugänglich.

Es enthält liturgische Rituale und Regeln – zum Beispiel die Texte der Wicca-Religion. Es wird meist als Grundgerüst angesehen, das der Initiant traditionellerweise handschriftlich vom Buch der Schatten der ihn einweihenden Priesterin oder des ihn einweihenden Priesters kopiert und nach seinen persönlichen Bedürfnissen erweitert.

Zudem dient das Buch der Schatten der Aufzeichnung von eigenen Zaubersprüchen und Rezepten. Manche moderne Hexen und betrachten es daher als eine Art Arbeitsbuch. In ihm werden beispielsweise Beschreibungen von Kräutern, Edelsteinen, Mondphasen usw. gesammelt. Neben der Gebrauchsanweisung zu unterschiedlichen Arten von Magie (z.B. zu Kerzen-, Farben-, oder Kordelmagie) enthält es in der Regel einen Glossar mit Fachbegriffen – ist also eine Art Hexen-Lexikon.

Seit frühesten Zeiten sammelten Hexen und Hexenmeister ihre traditionellen Rezepte, Erkenntnisse und Erfahrungen in einem persönlichen Buch. Mit den tagebuchartige Einträgen zu Ergebnissen von Ritualen, Mixturen, Sprüchen, Meditationen und Visionen spiegelt ein Buch der Schatten den gesamten Werdegang als Hexe einschließlich der ersten Übungen und Versuche wieder. Es ist daher oftmals eine Mischung aus magischem Wissen und persönlicher Lebenserfahrung. Dadurch unterscheidet sich ein modernes Buch der Schatten von einem traditionellen Grimoire, einer reinen Ansammlung von Zaubersprüchen. Ein Buch der Schatten dagegen lässt eigene Fortschritte gut erkennen und einmal gemachte Fehler in Zukunft vermeiden. Ein solches Hexenbuch füllt sich aber meistens nur langsam, da einem Erfahrungen, Wissen und Erkenntnisse nicht über Nacht in den Schoß fallen, sondern eben seine Zeit brauchen.

Ein Buch der Schatten kann in den unterschiedlichsten Formen geführt werden, zum Beispiel als Ordner oder Ringmappe, als (selbst-)gebundenes Buch in handschriftlicher oder ausgedruckter Form, oder digital abgespeichert im Computer oder Online-Tagebuch (wobei hier die persönlichen Seiten selbstverständlich geschützt werden sollten).

Diese Werke wurden meist erst nach deren Tod an Nachkommen weitergegeben. Wurde ein solches Buch weitervererbt oder in eigener Handarbeit selbst gebunden und zusammengestellt, macht es das Hexenbuch um so mehr zu einem ganz besonderem – eben einmaligen – Buch.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s